Einfach unbezahlbar

Liebe wird oft als ein Kniff der Evolution beschrieben, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Sie ist eine biochemische Explosion, die in ihren Anfangsstadien die Rationalität auf die Strafbank setzt. Hormone lassen sie blühen und später vielleicht sogar festigen. Das sagt zumindest die Wissenschaft. Eigentlich steckt doch aber so viel mehr dahinter.

Der Valentinstag steht vor der Tür und wie jedes Jahr um diese Zeit dreht sich bei tausenden Menschen alles um das eine Thema: Schenken. Der heutige Kommerz hat die Anfänge dieses Tages verwaschen und ein Pflichtprogramm entwickelt. Ewartungen für die erhoffte, absolute Glückseligkeit müssen erfüllt werden. Wer nicht mit dem Schenken beschäftigt ist, da er den Beziehungsstatus „suchend“, „es ist kompliziert“ oder „glücklich Single“ führt, betrachtet das Treiben genervt, frustriert oder ignoriert es gekonnt.

Kommerzielle Zuneigung

Im Laufe des Lebens habe ich diesen Tag als selbstverständlich hingenommen. Ich beobachtete die Menschen um mich herum, wie sie sich erzählten, was sie schenken würden oder bekommen haben. Oft gehörte ich zu denen, die sich die extra große Eispackung im Supermarkt kauften und abends heulten, wenn Julia Roberts sagte: „Ich bin doch nur ein Mädchen, das vor einem Jungen steht und ihn bittet es zu lieben.“ Dann gab es die Momente, in denen auch ich mich über Blumen und das romantische Essen freute. Doch braucht man wirklich diese vorgegebene Gelegenheit für die Liebe? Braucht es diesen einen Tag im Jahr, der die Menschheit darauf hinweist, dass der Gegenüber ein wichtiger Bestandteil des Lebens ist? Wie echt ist jene kommerzielle Zuneigung?

Es gibt mehr als 350 Sonnenauf- und Sonnenuntergänge die man gemeinsam genießen und genauso viele Tage an denen man gemeinsam im Bett frühstücken oder sich gegenseitig überraschen kann. Vielleicht sollten wir diesen 14. Februar, der vor hunderten Jahren romantische Poesie entfachte, wieder einmal in seinem Kern betrachten. Er erinnert uns daran, was es bedeutet zu lieben und wieder geliebt zu werden. Womöglich zeigt er uns auch, wie mutig uns die Liebe macht. Es ist nicht das Geben und Nehmen von Karten, Blumen oder Pralinen, das die Liebenden liebenswert macht oder die Hormonwelt steuert.

Erinnern, was wichtig ist

All diese Dinge drücken nicht das aus, was wichtig wäre: Aufrichtigkeit. Der Valentinstag steht mittlerweile unter einem globalisierten Scheffel verklärter Emotionen. Doch eigentlich ist er viel mehr. Er sollte dabei helfen in Frage zu stellen, wann man das letzte Mal einem bedeutenden Menschen gesagt hat, dass man ihn braucht, dass man ihn vermisst, dass er für die Leichtigkeit im Alltag sorgt, dass er das Leben auf eine besondere Weise positiv beeinflusst. Manchmal ist das nicht leicht, weil es bedeutet, sich zu öffnen, vielleicht sogar eine verletzliche Seite ans Licht zu bringen. Es kann auch ungewohnt sein, weil man es viel zu selten tut oder tatsächlich noch nie getan hat. Ganz oft sind es aber vor allem die kleinen Dinge, die der Glückseligkeit und Zufriedenheit einen Aufschwung geben und das Herz flattern lassen: ein Blick, eine Brührung, ein spontaner Tanz in der Küche. Denn eigentlich sollte es das einfachste und schönste der Welt sein, tatächlich die Liebe selbst zu schenken.

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