Das Leben ist zu kurz für Frust

Es kennt jeder: Momente in denen der Stapel auf dem Schreibtisch zur Verzweiflung treibt, in denen Mitmenschen Dinge verkomplizieren, die so einfach sein können, oder Momente in denen einfach alles schief läuft, weil man schlicht und ergreifend keinen guten Tag erwischt hat. Der Normalfall, der dann eintritt, bedeutet Frust – im schlimmsten Fall den ganzen Tag. Schlechte Laune, fiese Blicke und eine Körperhaltung, die damit droht: „Ich fresse dich gleich auf!“ Solche Situationen gehören zum Leben dazu, keine Frage. Doch wie wirken sie auf die Umwelt?

Sag ja zur schlechten Laune… und lass sie wieder los

Ich habe den Selbstversuch gestartet. Studieren geht über probieren. Nicht wahr? Wie sonst kann man reflektieren und im Idealfall optimieren, wenn nicht durch Konfrontation?

Vor mir bahnte sich ein Termin an, der schon seit Wochen Bauchschmerzen verursachte, da die Dinge herausfordernd verliefen und Abläufe zeitweise eher einer Achterbahn als einem eleganten Eistanz glichen. Die schlechte Laune, die sich bei mir einschlich, war durchaus berechtigt. Das machte den Unmut und die Bauchschmerzen nicht besser, dennoch entschied ich mich dafür, sie zuzulassen. Nicht umsonst haben Wissenschaftler von der University of California herausgefunden, dass Menschen, die ihre negativen Gefühle zulassen, im Schnitt glücklicher seien, als jene, die es nicht tun. Letzteres würde nämlich erst recht Stress verursachen und schließlich der Gesundheit schaden.*

Entscheidend für mich ist die Reflektion meines Verhaltens. Denn schließlich, wirkt sich die eigene Launenhaftigkeit auch auf die Mitmenschen aus. In der Regel reagiert jeder genervt, wenn er angerempelt wird und der Rempler auch noch meckert, dass man im Weg stand. Habe ich schlechte Laune im Büro, hinterlässt das gleichermaßen Unmut bei den Kollegen – wenn diese nicht gerade ein emotionaler Eisklotz sind. Mit dieser Erkenntnis, lässt man seiner Wut vielleicht mal kurz Luft, nimmt sich anschließend aber wieder zurück. In meinem Fall, kam der Feierabend wie gerufen. Normalerweise würde man zu Hause vermutlich an den Nägeln kauen, keinen Bissen des Abendessens herunterbekommen und nachts die Bettdecke auf Links drehen. Darauf hatte ich keine Lust. Denn warum soll man sich das Leben aufgrund von Gegebenheten schwer machen, die man eh nicht ändern kann? Der Termin würde stattfinden, ob ich wollte oder nicht.

Tanz dich frei

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ – mit diesen Worten versuchte mich schon meine Oma zu trösten, wenn ich die Dinge nicht so hinbekam, wie ich es gern gehabt hätte. Das Leben ist zum Lernen da. Klingt einfach, ist es aber nicht. Ich weiß. Wenn ich versuche, meine Laune umzukrempeln und mich zu motivieren, dann greife ich zu einem ganz einfachen Zaubermittel: Musik. Was ich ohne sie machen würde? Ich habe keine Ahnung und möchte es mir auch gar nicht vorstellen. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich sie erleben und letztlich nutzen darf. Sie wickelt mich ein, wenn ich traurig bin und hebt mich vom Boden auf, wenn ich vom Groll genug habe. Letzteres sind zweifelsohne die schönsten Momente im Leben. Auf die Ohren gehört dann nur, was mir gute Laune bereitet. Ob mit Kopfhörern oder der laut aufgedrehten Anlage, ich hüpfe durch die Wohnung – gern auch bei der Hausarbeit. Die wäre ja sonst extrem lästig… Es ist nicht immer einfach, sich darauf einzulassen. Aber umso öfter man es versucht, umso schneller wird dann das Lächeln zurück ins Gesicht gezaubert.

Denn, wenn man sich selbst gut fühlt, zieht man andere mit.

Manchmal frage ich mich, ob sich die Nachbarn in solchen Momente über mich amüsieren. Dann belehre ich mich aber ganz schnell eines besseren: „Ist mir egal!“, lautet dann mein Credo. Sollen die doch denken, was sie wollen. Ich beginne wieder Freude zu sprühen, lasse Frust raus und fühle mich danach, als könnte ich Bäume ausreißen. Diese Kraft ist wichtig, für jeden von uns. Denn, wenn man sich selbst gut fühlt, zieht man andere mit.

Den Frust weglächeln

Mit dieser Kraft ging ich schließlich in den Termin. Diverse Ohrwürmer brachten mich dazu, dass ich strahlte und jegliche Nervosität hinter Selbstsicherheit verschwand. Woran ich das gemerkt habe? Geht mit einem ehrlichen, offenen Lächeln in ein Meeting  und begrüßt die Leute damit. Ich verspreche euch, sie nehmen es an und geben Freundlichkeit zurück – zumindest all jene, die nicht zu sehr damit beschäftigt sind ihre „professionelle“ Fassade aufrecht zu erhalten oder ihre eigene Nervosität zu verstecken.

Es ist wichtig darüber nachzudenken, was man selbst erreichen möchte, ohne sich dabei selbst zu verleugnen.

Ich bin davon überzeugt, dass Professionalität nicht automatisch die Herzlichkeit eines Menschen ausschließt. Herzlich zu sein, ist eine menschliche Eigenschaft, die Bauchschmerzen vertreibt, Entspannung hervorruft und damit erst recht für Souveränität sorgt. Ich selbst habe es gespürt. Die Reaktionen gaben mir Zuspruch und brachten mich schließlich dazu, meine Inhalte entschlossen und zugleich charmant zum besten zu geben. Das Gefühl, das danach blieb, war berauschend und zufriedenstellend. Es ist wichtig darüber nachzudenken, was man selbst erreichen möchte, ohne sich dabei selbst zu verleugnen. Ich selbst denke immer an die umgekehrte Weisheit: Was du willst, dass man dir tut, das füge auch jedem anderen zu…

Meine Motivivations-Musik

https://www.youtube.com/playlist?list=PLe9x_DIIUfL2nL6nt3GEHTEo3U6b4rNbh

*www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28703602

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